Kuhfladenrallye

Du möchtest mit den Murmeltieren um die Wette pfeifen, den herrlichen Duft der Natur riechen, das nasse grün unter den Füßen spüren… dann nichts wie rauf auf die Alm.

Bevor unsere Kinder geboren wurden, haben wir uns bereits in die Berge verschossen. Von Dachsteinbergwanderungen bis hin zu Skitouren, Klettersteige und Co. Dann kamen die Kinder, erstes und zweites und unsere Wanderrouten wurden kürzer. Denn sein wir mal ehrlich – ein oder zwei Kinder am Buckel für 1-3 Stunden sind ok, aber wenn du über Stock und Stein für mehrere Stunden gehst, dann hängt sich das ganz schön rein und aus einer 6 Stunden Wanderung kann dann schon mal eine 10 Stunden Wanderung werden. Da hab ich dann auch keinen Bock mehr.

Wir haben bereits etliche Almhütten besucht. Allein bei unserer Dachsteinrundwanderung waren 8 verschiedene Unterkünfte dabei. Mit Dusche, ohne Dusche, mit Plumpsklo, ohne Plumpsklo, mit Trinkwasser, ohne Trinkwasser, mit Heizung, ohne Heizung, mit Einzelzimmern, mit Matratzenlager… und diese Aufzählung ist unendlich. Jede hat seine ganz eigene Persönlichkeit, und das hängt nicht nur von der Hütte selbst ab.

Wir haben ebenso in Chalets mit Outdoorjacuzzi residiert, als auch in Holzhütten ohne WC und Dusche.

Ihr könnt euch vorstellen, dass diese Chalets sicher nicht billig waren und da denkt man, alles ist drinnen was man braucht. Nein, dem war oft nicht so. Wir mussten immer alles mitnehmen, von Geschirrtüchern, Bettwäsche, Shampoo, teilweise Aufpreis für das Holz zahlen, Strom wurde separat verrechnet, WC Papier gab es meistens zwei rollen pro Klo (bei 3 Familien in der Hütte mit je zwei Erwachsenen und zwei Kindern, könnt ihr euch denken wie lange das hält) Aber gut es sind eben alles Selbstversorger Hütten. Meist gab es rundherum mehrere Hütten, Hüttendörfer.

Eine abgeschiedene Almhütte in Tirol war unser Ziel.

Wir haben die Mautstation passiert und eine atemberaubende Waldlandschaft hat uns umschlossen. Kurvenreich wie solche Straßen nun mal sind, ist es auch diese.

Links und rechts am Weg standen immer mehr Kühe und Wildpferde. Dieser Weg hinauf war schon der geilste Einklang auf unseren Urlaub.

 

 

Wir sind da!

Wahnsinn, das ist ja echt eine Alm, mit einer bezaubernden sanierten Almhütte. Dahinter der Berg, links und rechts Kühe und Schafe.

 

 

 

 

 

Wir machen das Zaungatter auf – der Schutz vor den Kühen – und sehen rechts ein Kräuterbeet. Genial – frische Kräuter zum Kochen auf knapp 2000m.

 

 

Die Tür zur Hütte wird aufgesperrt – Wärme. Decken liegen um Kamin, Holzbänke und Tische. Zwei Schlafzimmer, Bad und WC, Küche, Stube. Es war bereits eingeheizt. September kann es bereits frischer auf der Alm sein, wissen wir ja von unseren letzten Almurlauben. Nicht nur wir, sondern auch unsere Kinder haben sich vom ersten Moment an wohl gefühlt.

 

Nachdem wir den Holzkochofen gesehen haben war klar, wir kochen nicht mit dem Gasherd, sondern mit dem Holzherd. Denn Ressourcen sparen ist uns besonders an solchen Ortenwichtig.

Kochen und Heizen gleichzeitig – für mich als alte Pfadfinderin genau das Richtige.

Meine Kids sind jedes Mal beim Einheizen neben mir gestanden und haben mitgeholfen. Den Umgang mit Feuer, Hitze, Kerzen bereits im kleinen Alter zu erleben und zu lernen finde ich unheimlich wichtig. Na klar, alles dauert dadurch ein bisschen länger, aber diese 5 Minuten mehr zahlen sich aus.

Üblicherweise sind wir die Allrounderpacker, nix fehlt wenn wir in den Urlaub fahren. Meistens sogar doppelt und dreifach. Nur dieses Mal nicht.

Shampoo, Batterie und Zündhölzer haben den Weg in die Tasche nicht geschafft.

Hütten sind mit Inhalten wie diesen sehr karg ausgestattet, weil es sich zu 99% um Selbstversorgerhütten handelt.

WC Papier, Küchenrolle, Schwamm, Spühlmittel, Shampoo und Co, Salz und Pfeffer,…   Was man eben so braucht für eine ganze Woche oder mehr ist selbst mitzubringen.

Auch diese ist so eine Selbstversorgerhütte und trotzdem hat sich die Besitzerin was gedacht. Das kleine Extra macht es nämlich aus. Sie hatte Batterien in der Lade, ein kleines Shampoo im Bad und reichlich WC Papier. Jap, diese Rollen muss man üblicherweise selbst mitnehmen. Wir hatten reichlich dabei – denn gelernt ist gelernt, ohne WC Papier auf einer Hütte kann ganz schön in die Hose gehen.

Aber nicht nur das, es war Kaffee, Tee, Zucker, Töpfe, Messer – auch Scharfe – alles da. Bedeutet natürlich nicht, dass man sich alles umsonst oder wahllos nehmen soll und nichts selber mitbringen muss. Aber, wenn was ausgeht oder so wie wir erstmalig was vergessen wurde, steht man nicht hilflos da. Denn ein Feuer ohne Zünder zu machen, wenn es draußen rundherum regnet, ist eine unlösbare Aufgabe trotz Feuerstein.

„DENN AUF DIE KLEINEN DINGE KOMMT ES AN“

Die erste Nacht geschlafen wie ein Bär der zu viel Honig gefuttert hat.

Ich habe das Feuer wieder angeheizt. Über Nacht ist es ausgegangen und wir haben es nicht bemerkt. So tief und fest haben wir geschlafen. Stockfinster war es draußen. Haben ja die Straßenlampen gefehlt.

Diese Wärme von dem Holzofen ist unbeschreiblich urig. Heißes Wasser aufgestellt, Tee gemacht, Kaffee für den besten Mann gebrüht.

Ich glaub mich laust ein Affe.

Da draußen stehen Gämse. Das war kein Scherz in der Infomappe. Die gibt’s hier wirklich und die kommen ganz nah zum Haus. Nur nicht bewegen. Dann links am Hang Murmeltiere. Unpackbar. Baff.

Kinder aufgeweckt. Langsam zum Fenster gegangen. Nur nicht bewegen. Die Tierchen sehen und hören alles. Staunen in den Augen. Ich höre ihre Herzen pochen. Ihre Augen funkeln.

Du meine Güte, hört sich das kitschig an.

Und hier möchte ich gleich auf etwas aufmerksam machen, denn….

 

alle Tiere da draußen sind die Bewohner dieser wunderbaren Gegend. Wir sind ihre Besucher. Wir befinden uns nicht in einem Streichelzoo.“

 

 

Über Nacht hat es geregnet.

Matsch & Gatsch und aufgeweichte Kuhfladen warteten auf uns. Rauf auf die Räder, Schnur am Radl festgemacht – aus Sicherheitsgründern wurde der Jüngere, da er Kamikaze Tendenzen hat, an eine Schnur befestigt.

Wir hatten am Tag unserer Heimreise Glück. Ein verständnisvoller Landwirt hat uns seinen Wasserschlauch zum Räderreinigen angeboten. Gut so, denn die lange Heimreise mit Kuhfladengeruch im Auto wäre recht spannend gewesen.


Es war Ihnen völlig egal, ob sie von oben bis unten mit Dreck voll waren. Ob sie nach braunen Kuhfladen gerochen haben oder es gerade wieder begonnen hatte zu regnen. Sie waren in ihrem Element. Es war wunderbar ihnen dabei zuzusehen.

Von all unseren Urlauben dieses Jahr, und es waren immerhin doch 3 in Summe, war dieser der schönste. Die Gegend, die Hütte, die Aufmerksamkeiten der Besitzerin. Die Ruhe. Diese reine und klare Luft in der Früh. Murmeltiere und Gämse, die uns am Morgen begrüßt haben.

Alm …. wir kommen wieder …

Na klar gab es reichlich Zeit um….

Bücher zu lesen, Pistazienschalen bemalen,

 

Steine sammeln, Gesellschaftsspiele spielen, Spaziergänge und Kurzwanderungen zu unternehmen.

 

Nun wollt ihr sicher wissen wo wir waren? Auch das verrate ich euch…hier findet ihr den Link dazu, pssst…. bei tollen Hütten kann ich aus Erfahrung empfehlen bald zu buchen.

Almurlaub in Tirol

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Stephanie Kempe bedanken, die auf ihre Gäste auf der Alm besonders schaut. Es war ein fantastischer Urlaub und wir freuen uns aufs nächste Jahr.

Was braucht man nun so als Selbstversorger auf einer Hütte? Neben Kleidung und Schuhe kommt da dann doch noch einiges dazu. Hier findet ihr eine Packliste für Selbstversorgerurlaube, die ihr ganz nach euren Bedürfnissen adaptieren könnt.

Packliste für deinen nächsten Almurlaub

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