Vom Kaiserschnitt zur Hausgeburt – Die Zeit nach und vor der Geburt Teil 1

Die Wochen und Monate vergingen und meine Gedanken über eine berufliche Veränderung wurden immer stärker.

Und da traute ich mich einen Weg in MEINE und UNSERE neue Zukunft zu gehen. Ich habe JobsmitHerz gefunden – oder soll ich sagen – JobsmitHerz hat mich gefunden. Ich durfte Johanna kennenlernen und entschied mich die Ausbildung zur Bi.G Familienbegleiterin zu machen.

Der erste Samen in meiner Blumenwiese war gepflanzt.

Im Laufe dieser Zeit kamen dann weitere Ausbildungen dazu, an denen ich mit großer Leidenschaft teilgenommen habe. Mit jeder Weiterbildung und jedem Seminar oder Workshop wusste ich – ich gehe den richtigen Weg für mich, meinen Mann, meine Familie.

Während der Ausbildung zur Familienbegleiterin merkte ich, ich hatte meine Geburt mit meinem Erstgeborenen noch nicht ganz überwunden und verarbeitet. Im Nachhinein weiß ich, dass diese Zeit für mich essentiell war und die Module bei Johanna eine gut investierte Verarbeitungstherapie für mich waren. Ich fühlte mich anschließend erleichtert, freier und hatte das Gefühl mit der Geburtssituation umgehen zu können.

Als mein Sohn ein Jahr alt wurde beschlossen wir an einem Geschwisterchen zu basteln. Und so schnell konnten wir nicht schauen da war ich auch schon schwanger mit meinem zweiten Sohn. Als erstes wusste ich, ich müsste meine Hebamme wechseln. Im Juni 2015 war ich mit JobsmitHerz/Bi.G Familienbegleitung auf der Baby Expo und da traf ich….Margarete die Hausgeburtshebamme von einem Ausbildungsmodul… für mich ein Wink des Schicksals. Ich habe mir bereits seit Beginn der Schwangerschaft Gedanken gemacht, ob ich je wieder in einem Krankenhaus entbinden wollte. Und da ergriff ich die Chance und gab mir einen Ruck mich zu erkundigen, ob sie denn Zeit hätte oder eine Hebamme kannte die mich begleiten würde, sollte ich mich für eine Hausgeburt entscheiden.

Ein weiterer Samen war gesetzt.

So bekam ich den Kontakt von Patricia, meiner Hebamme. Nach unserem ersten Beratungstermin bekam ich eine 95% Zustimmung meines Mannes pro Hausgeburt. Er war mit im Boot und ich war überglücklich. Ohne meinen privaten Zen-Buddhisten-Ehemann hätte ich diese Hausgeburt nicht gemacht.

Seitdem ich mich für eine Hausgeburt entschieden habe, fehlte mir ein kleines Detail, das wichtig war, um mich sorgenfrei auf die Geburt Zuhause einzulassen. Die Geburtsakte. Ich forderte diese an und ging sie akribisch durch. So füllte ich meine Wissenslücken der ersten Geburt und der Bericht klärte mich über die Umstände während der Geburtsphasen und letztendlich den Notkaiserschnitt auf. Ich konnte mich gar nicht daran erinnern, dass ich wirklich so viele Medikamente erhalten hatte – ich wusste lediglich, dass ich nach einer PDA gefragt habe.

Nachdem ich diesen Bericht studiert hatte, war ich davon überzeugt: ich will meine selbstbestimmte Geburt. Niemand – weder Arzt noch Hebamme – dürfen über mich oder den Verlauf bestimmen, so lange alles reibungslos und in ruhigen und natürlichen Bahnen läuft. Damit wusste ich bereits, das konnte ich nur zuhause haben.

Von einer lieben Freundin die selbst zwei Hausgeburten hatte – bekam ich einen tollen Buchtipp: „Alleingeburt“ von Sara Schmid. Dieses Buch verschlang ich regelrecht. Nicht, dass ich eine Alleingeburt geplant hatte, zumal es in Österreich verboten war, aber als ich mit dem Buch fertig war, wusste ich, selbst wenn ich alleine gebären würde – ich würde das packen.

 

Foto:cc by sa grossekleinewunder/Petra Etzelstorfer

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