Vom Kaiserschnitt zur Hausgeburt – Die Zeit nach und vor der Geburt Teil 2

Ein weiterer Schritt war der Wechsel meines Frauenarztes. Auch wenn ich  nur noch eine letzte MukiPass Untersuchung hatte, spürte ich, dass es wichtig war, um ein aufrichtiges Informationsgespräch führen zu können. Ich brauchte einen Arzt der Pro Hausgeburt war, und das trotz eines Kaiserschnittes. Den habe ich gefunden – Tipp von meiner Hebamme. Er gab mir die Sicherheit, dass so weit alles im Vorfeld abgeklärt werden konnte, nichts gegen eine Hausgeburt sprach. Es war weder die Plazenta mit der Kaiserschnittnarbe verwachsen, noch gab es andere medizinische Themen die dagegen sprachen. Natürlich konnte er mir nicht das komplette Risiko nehmen, das geht nicht und das war mir auch klar. Keiner von uns ist Hellseher,  ein Stückchen Ungewissheit bleibt nun mal bei jeder Geburt.

Und meine Blumenwiese wurde immer größer und reicher an unterschiedlichen bunten Blumen.

Alle, die ich ins Boot geholt hatte, bestärkten mich positiv für meine selbstbestimmte Hausgeburt.

Ehrlich gesagt, war ich mir nicht immer sicher, ob ich das Richtige tat. Ich habe versucht auf mein Bauchgefühl und meinen Mutterinstinkt zu hören. Ich müsste lügen wenn ich behaupten würde, dass ich keine Angst vor einem Risikofall hatte, oder dass alles schief ging. Setzte ich das Leben meines ungeborenen Sohnes aufs Spiel oder gar meines? Konnte ich diese Verantwortung tragen? Tief in mich hinein zu fühlen – das tat ich immer wieder, wenn ich gerade unsicher war. Ich merkte dann, dem Kleinen geht es gut bei mir drinnen und ich wusste, ich würde als Mutter nie etwas tun, das meine Kinder gefährden würde. Mit dieser Einstellung habe ich diese Wochen und Monate verbracht und ich versuche sie jetzt, wo beide Kinder in meinen Armen einschlafen, weiter zu tragen.

Zwar habe ich mich mit Büchern und Gesprächen mit Mamis, die zuhause geboren hatten, beschäftigt, aber ich habe für mich darauf geachtet nicht „zu viele Erfahrungen von Abläufen, und persönlichen Infos“ zu bekommen. So habe ich mir auch kein Hausgeburtsvideo angeschaut. Ich wollte klar für meine ganz eigene Geburt sein. Ob alles so glatt laufen wird, wie ich es mir in meinem Kopf manchmal zusammenspielte? Irgendwie hatte ich mir bereits einen eigenen Ablauf zusammengebastelt.

Für eine Hausgeburt benötigt man doch ein paar wichtige Dinge – also begann ich alles zu besorgen was notwendig war. Wer mich kennt weiß, Listen erstellen und abarbeiten sind mein Ding :) Diese Liste bekam ich jedoch von meiner Hebamme und es stand alles Wichtige bereits drauf.

Natürlich durften meine Aromaöle, Kerzen und Hydrolate nicht fehlen. Aber genauso war Traubenzucker, Lippenbalsam und bequeme Kleidung wichtig. In zwei Taschen gepackt hatte ich nach ein paar Tagen alles beisammen.

Jetzt hieß es nur noch unserer Familie  sanft mitzuteilen, dass wir die erste Woche nach der Geburt keinen Besuch wünschten. Nur so konnten  wir uns „Beschnupperungszeit“ gönnen. Für Arthur war das ebenso eine besonders sensible Zeit wie für uns. So haben wir uns getraut, unsere Nächsten zu informieren, dass wir die erste Woche für uns sein wollten. Wir waren sehr erleichtert als uns dieser Wunsch mit Verständnis erfüllt wurde.

 

Foto:cc by sa grossekleinewunder/Petra Etzelstorfer

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